Ihr Spediteur hat Sie schon aussortiert. Sie wissen es nur noch nicht.
23/09/26 14:24

„Den preisen wir raus."
Ein Satz, der in Speditionen gerade öfter fällt, als Verlader glauben. Gekündigt wird nicht. Die nächste Preisrunde regelt das.
Und genau das passiert aktuell vielen Verladern.
Der Markt hat sich gedreht Die Netze sind voll. Kampfpreise gibt es kaum noch. Gute Spediteure suchen sich ihre Kunden aus und schauen dabei genau hin: Wie planbar sind die Mengen? Wie lang die Standzeiten? Wie sauber die Daten? Lohnt sich der Aufwand? Wer da schlecht abschneidet, bekommt im Engpass den LKW als Letzter und die Preiserhöhung als Erster.
Die drei häufigsten Gründe, warum Verlader auf dieser Liste landen:
1. Die Scheinausschreibung. Aktuell wird ausgeschrieben wie selten. Ein guter Teil davon dient nur dazu, Druck auf den Bestandsspediteur zu machen. Am Ende bleibt alles beim Alten: keine Kostensenkung, keine bessere Qualität, dafür viele verbrannte Stunden. Die Spediteure merken sich das. Beim nächsten Mal kommt kein Angebot, sondern ein freundliches „Diesmal leider ohne uns".
2. Die Daten „ungefähr" Gewichte fehlen, Palettenzahlen geschätzt, Lademeter über den Daumen, Stapelbarkeit unbekannt. Der Spediteur rechnet dann mit Sicherheitsaufschlag. Drei Monate nach Start beginnt die Nachverhandlung. Diskussionen, die man im Vorfeld hätte vermeiden können.
3. Das zersplitterte Volumen 17 Spediteure, 17 Tarifblätter, 17 Weihnachtskarten. Für keinen sind Sie wirklich wichtig. Oft steckt ein gewachsenes Lagernetz dahinter: sieben Standorte, Umfuhren, die kein Kunde bezahlt, und Bestände, die immer am falschen Ort liegen. Wer seine Mengen so verteilt, verschenkt Verhandlungsmacht.
Die gute Nachricht: Alle drei Punkte sind hausgemacht. Also lassen sie sich auch im eigenen Haus lösen. Volumen bündeln, Netzwerk hinterfragen, saubere Daten liefern und nur ausschreiben, wenn man auch vergeben will. Dann wird man vom Mitläufer wieder zum Wunschkunden.
Mich interessiert Ihre Sicht, gerade auch von der Speditionsseite: Was macht einen Verlader für Sie zum Wunschkunden, und was sortiert ihn aus?
Sie wollen wissen, wo Ihr Unternehmen auf der Liste Ihres Spediteurs steht?
So sieht eine Transportausschreibung aus, die Spediteure ernst nehmen.
Zur Diskussion auf LinkedIn