Interim Management & Logistikberatung – Führung auf Zeit, Kosten auf Dauer gesenkt

Ihr Palettenkonto hat drei Löcher. Keines davon sieht Ihr Controlling.

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Paletten gelten als Holzthema. Deshalb sind sie das einzige Umlaufvermögen im Unternehmen, das täglich das Werksgelände verlässt, ohne dass jemand im Führungskreis dafür verantwortlich ist.

Stand Ende August 2026 kostet eine gebrauchte EUR-1-Palette in C-Qualität rund 10,00 Euro, gebrauchte B-Qualität liegt bei 11 bis 13 Euro. Wer kurzfristig in Kleinmengen nachkaufen muss, weil das Konto leer ist, zahlt 21,50 bis 28,90 Euro. Ich rechne im Folgenden mit 12 Euro – dem Verrechnungspreis, den die meisten Unternehmen im Tauschverkehr ansetzen.

An folgenden drei Stellen verschwindet dieses Geld. Alle drei liegen außerhalb der Finanzabteilung:

1. Die Abschreibequote

In Speditionsverträgen steht, welcher Anteil der Ladungsträger im Handling als Verlust akzeptiert wird. Bruch, Sortierdifferenzen, Nichtanerkennung beim Empfänger. Je nach Dienstleister und Relation bis zu 15 Prozent.

Bei 33 Paletten je Lkw und 12 Euro sind das
59,40 Euro pro Transport. Bei fünfzehn Fahrzeugen am Tag über ein Jahr: rund 223.000 Euro.

Das ist keine Grauzone. Es steht im Vertrag und wurde unterschrieben – meist vom Einkauf, der auf den Frachtpreis je Sendung geschaut hat und nicht auf die Ladungsträgerklausel im Anhang.

Wissen Sie, welche Quote in Ihren Verträgen steht? Und wann sie zuletzt verhandelt wurde?


2. Die Paletten-Tauschgebühr

Wer den Palettentausch nicht selbst abwickelt, sondern über den Dienstleister laufen lässt, zahlt dafür. Im Stückgut- und Teilladungsverkehr üblicherweise je Palette, je nach Vertrag zwischen 1,50 und 5,00 Euro.

Bei konservativen 2,50 Euro sind das
82,50 Euro je Lkw – mehr als die Abschreibequote.

Gesehen wird das trotzdem nicht. Die Gebühr steht nicht im Palettenkonto, sondern in der Frachtrechnung unter Nebenkosten, zwischen Mautanteil und Energiezuschlag. Das Controlling bucht sie auf Transportkosten. Die Logistik, die das Palettenkonto führt, sieht sie nie.

Können Sie sagen, was Sie im letzten Jahr an Tauschgebühren gezahlt haben? Die Zahl steht in keinem Ihrer Berichte.


3. Die Verjährung – und hier liegt Geld zum Mitnehmen

Die ersten beiden Posten senken Sie ab morgen. Beim dritten geht es um Geld, das Sie längst verloren glauben.

In der Branche gilt: Nach zwölf Monaten ist Schluss. § 439 HGB, Ansprüche aus Fracht- und Speditionsverträgen. Damit rechnen beide Seiten, und meistens stimmt es.

Nur ist die Zwölf weder Unter- noch Obergrenze.

Nach unten:
Sind die ADSp vereinbart, sieht Ziffer 64 acht Monate vor. Die ADSp gelten faktisch flächendeckend – oft, ohne dass im Haus jemand darüber nachgedacht hätte. Wer halbjährlich abstimmt, ist bei zwölf Monaten sicher und bei acht bereits zu spät.

Nach oben:
Das OLG Düsseldorf hat Ansprüche aus einer selbständigen Palettenabrede der dreijährigen Regelverjährung nach § 195 BGB zugeordnet. Und unabhängig davon gilt: Fristen im Ladungsträgerbereich sind Vertragsgegenstand. Sie stehen in derselben Anlage wie Quote und Gebühr und sind genauso verhandelbar – nur verhandelt sie fast niemand, weil sie im Einkauf als Rechtsthema gilt und in der Rechtsabteilung als Logistikthema.

Die Verhandlungsposition ist dabei gut: Kein Dienstleister riskiert für eine kürzere Frist die Ausschreibung, und wer sauber tauscht und korrekt quittiert, hat von einer Dreijahresfrist nichts zu befürchten.

Der Unterschied zu den ersten beiden Punkten: Hier reden wir über offene Salden, die noch im System stehen. 3.000 Paletten sind je nach Beschaffungssituation 36.000 bis 87.000 Euro. Bei einem einzigen Partner.

Wann wurde Ihr Palettenkonto zuletzt abgestimmt – und wissen Sie, welche Forderungen in den nächsten Monaten verfallen?


https://www.transloginnovations.de/Logistikberatung/palettenmanagement-optimierung/

Der Quick Check: drei Tage

Kein Softwareprojekt über sechs Monate. Drei Tage, dann liegen die Zahlen auf dem Tisch.

Tag 1 – Konten und Fristen.
Was steht offen, seit wann, was ist noch zu retten.

Tag 2 – Rampe.
Wie wird getauscht, quittiert, sortiert. Der Tag mit den meisten Aha-Momenten.

Tag 3 – Verträge.
Abschreibequoten, Tauschgebühren und Fristen gegen die tatsächlichen Zahlen.

Ergebnis: ein Papier mit bezifferten Potenzialen, priorisiert, plus Verhandlungslinie für die nächste Vertragsrunde.

Wenn Sie eine der drei Fragen oben nicht beantworten konnten, ist das keine Schwäche Ihrer Organisation. Das ist der Normalfall. Es ist nur ein sehr teurer Normalfall.

Schreiben Sie mir, wenn Sie es genau wissen wollen.

Andreas Mümken
TransLog Innovations GmbH

Hünxe +49 151 52591593 |
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