Interim Management & Logistikberatung – Führung auf Zeit, Kosten auf Dauer gesenkt

„Wir haben keinen Fahrermangel. Wir haben einen Rampenmangel.“

Zeitfenstermanagement


Zeitfenstermanagement in Deutschland:

Mo, 14:58 Uhr – Zeitfenster gebucht
✅ (Frist: Vortag 15:00)
Di, 07:45 Uhr – Fahrer steht vor dem Tor
✅
Di, 08:00 Uhr – Slot beginnt
✅
Di, 13:40 Uhr – Entladung beginnt
🙃
Di, 14:30 Uhr – „Leerpaletten? Rampe 44, hinten anstellen.“
🫠

Und dann reden wir über Fahrermangel.

Das gebuchte Zeitfenster ist ein merkwürdiger Vertrag:
→ Der Spediteur muss bis zum Vortag buchen.
→ Er zahlt vielerorts die Buchungsgebühr.
→ Kommt er 30 Minuten zu spät, ist der Slot oft weg.
→ Kommt die Rampe fast 6 Stunden zu spät, passiert … nichts.

Pünktlichkeit gilt nur in eine Richtung.

Frag einen Fahrer und einen Rampenleiter nach derselben Rampe, und du bekommst zwei völlig verschiedene Geschichten.

Beide haben recht. Sie messen nur Verschiedenes.

Nach über 30 Jahren auf beiden Seiten der Rampe weiß ich: Das ist selten böser Wille. Meist wurde das Buchungssystem eingeführt, der Prozess dahinter nicht.

Die Slots folgen dem Portal, das Personal im Wareneingang folgt dem Schichtplan.

Und gemessen wird, ob der Lkw pünktlich ist, nicht ob die Rampe es ist.

Ein Zeitfenster ist eine Verabredung. Keine Reservierung, die nur eine Seite bindet.

Jede Stunde an der Rampe ist Arbeitszeit, in der kein Rad rollt. Für den Fahrer ist es ein verlorener Tag, für den Unternehmer eine verlorene Tour.

So entsteht Fahrermangel. Nicht nur durch fehlenden Nachwuchs, sondern durch gute Fahrer, die sich das irgendwann nicht mehr antun.

Die Rechnung kommt trotzdem beim Verlader an: als Standgeld, als Aufschlag im nächsten Tender oder als Spediteur, der eure Ladestelle irgendwann nicht mehr anfährt.

Fahrer und Disponenten: Wie lange stand euer Lkw mit gebuchtem Slot am längsten?

Verlader: Messt ihr eure eigene Slot-Treue?